Sanierung von innen

Nachträgliche Wärmedämmung eines Schrägdachs von innen

Die folgende Übersicht zeigt Varianten zur nachträglichen Wärmedämmung von Schrägdächern bei Sanierung von innen, ausgehend von den in der übergeordneten allgemeinen Seite über Schrägdachdämmung beschriebenen Grundbauarten (=> dorthin zurück). Dabei ist jeweils angenommen, dass die äußere Dacheindeckung und Lattung so bestehen bleibt, wie vorhanden und die alte Innenbekleidung und evtl. alte Dämmung entfernt wird, so dass man danach bis unter die Dachziegel bzw. unter das alte Unterdach sehen kann.

Zeilen 1-4 zeigen die vier möglichen unterschiedlichen äußeren Dachaufbauten. Sie haben alle eine Dacheindeckung auf Lattung und untersfcheiden sich in der Bauart ihres Unterdachs und dessen Diffusionsoffenheit.

Zeile 1 zeigt ein Schrägdach ganz ohne Unterdach, wie es vor 1965 in nicht stark windbelasteten Gegenden üblich war. Der hier unvermeidliche geringe Feuchteeintrag wurde i.d.R. durch die starke Belüftung des ungedämmten oder nur wenig gedämmten Sparrenzwischenraums wieder abgetrocknet. Dämmt man den Sparrenzwischenraum strärker, reduziert sich der Luftspalt die Belüftung und verringert sich diese Trocknungsreserve. Ein Unterdach als zweiter Wasserablauf ist zum Schutz vor Regen und Flugschnee bei älteren Dächern daher wünschenswert. In den Skizzen ist für diesen Fall bei allen vier Dämmvarianten daher die nachträgliche Montage einer diffusionsoffenen Unterdachbahn in form einer leicht durchhängenden Unterdachfolie eingezeichnet, die in jedem Sparrengefach eine „Regenrinne“ bildet. Diese Rinnen müssen am jeweiligen Unterende ihr Wasser nach draußen oder in eine (notfalls innere) Regenrinne oder in ein Fallrohr ableiten.

Zeile 2 zeigt ein Dach mit dampfdichtem Unterdach, z.B. aus leicht durchhängender Teerpappe, die hier als durchgehende rote Linie eingezeichnet ist. Hier ist zur Feuchteabfuhr eine ausreichende Unterlüftung auch nach Einbau der neuen Dämmung nötig. Der nötige Querschnitt des Luftspalts hängt von der Länge der Dachschräge ab. Meist genügen 3 cm unter der Teerpappe.

Zeile 3 zeigt ein Dach mit diffusionsoffenem Unterdach, das hier als gestrichelte rote Linie eingezeichnet ist Hier kann Dämmung bis direkt unter das Unterdach eingebaut werden. Je nach Diffusionsoffenheit des Unterdachs muss die untere Dampfbremse stärker oder schwächer ausfallen.

Zeile 4 zeigt ein Dach mit Unterdach aus Holzschalung und darauf liegender Unterdachbahn. Ist die Unterdachbahn dampfdichte Teerpappe, bleibt eine Unterlüftung nötig wie bei Zeile 2. Ist die Unterdachbahn diffusionsoffen, ist wie bei Variante 3 vorzugehen.

Spalten 1-5 zeigen in einer für alle Dachbauarten gleichen Weise verschiedene Wärmedämm-Varianten. Sie unterscheiden sich in Dämstärke und Konstruktion des Hohlraums bzw. Befestigung des Dämmstoffs. Alle haben unterseitig eine neue durchgehende Luftdichtungs- und Dampfbrems-Schicht (blau gestrichelt).

Spalte1 zeigt jeweils den Ausgangszustand, Spalte 2 eine Dämmung nur des Sparrenzwischenraums und zusätzlich zwischen den Gipskarton-Latten, Spalte 3 eine aus Holzlatten oder -balken gefertigte unterseitige Aufdoppelung, Spalte 4 eine mit Leichtbauträger hergestellte untere Aufdoppelung und Spalte 5 eine unterseitige Dämmung aus durchgehenden Hartschaum-Dämmplatten.

Im folgenden sind Bilder einiger beispielhafter Schrägdach-Dämmungen von innen dargestellt und ihre Besonderheiten kurz erläutert:

Bild 1 zeigt ein nur innenseitig geöfnetes Dach ohne Unterdach, bei dem eine innere Aufdoppelung der Sparren durch eine 6 cm hohe Auflattung erfolgte. Dadurch entstand ein Hohlraum von 22 cm Tiefe für die neue Dämmung. Wegen der Steilheit des Daches und der Ziegelart wurde hier kein Regen- oder Schneeeintrag befürchtet, so dass auf ein Unterdach verzichtet wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 2 zeigt einen ähnliches, von innen geöffnetes Dach mit innerer Längs-Aufdoppelung der Sparren durch eine an Distanzstücken montierte Latte. Hier wurde auch ein inneres Unterdach nachgerüstet, das aus einer bituminierten Holzweichfaserplatte besteht, die leicht U-förmig durchgebogen in die Gefache eingebaut wurde und am Unterende das Wasser bis über die Außenwand abführt.

Statt solche Distanzhölzer selbst zu fertigen, kann man auch industriell vorgefertigte „Sparren-Expander“ verwenden, die aus einem Sperrholzbrett als hängendem Abstandshalter und einer daran montierten Montagelatte bestehen und seitlich am alten Sparren befestigt werden.

 

Bild 3 zeigt einen nachträglich von innen gedämmten Dachraum, bei dem die Dämmschichten und die neue innere Dampfbremse und Luftdichtungsbahn – hier eine transparente Folie – gerade eingebaut sind und jetzt die Lattung für den Gipskarton montiert wird.  Etwa zu diesem Bauzeitpunkt fand hier auch die Luftdichtheitsmessung statt (=> mehr), mit der die mängelfreie Verarbeitung der Folienschicht geprüft werden konnte.

 

 

 

Bild 8 zeigt ein nachträglich von innen gedämmtes Schrägdach, bei dem in den aufgedoppelten Hohlraum nach der Montage der inneren Luftdichtungsbahn Zellulosedämmung eingeblasen wird. Dieses Einblasen geht realtiv schnell. Mit Einblastechnik lassen sich normale rechteckige,  genauso gut aber auch auch schräge, krumme oder keilförmige Hohlräumen gut fugenfrei verfüllen. Sie müssen dazu nach außen, unten und oben dicht sein. Als Einblasdämmstoff für Dächer kann außer Zellulose auch Steinwolle vewendet werden.

 

 

 

 

 

 

 

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