Nachträgliche Wärmedämmung
von nicht unterkellerten Fußböden beheizter Räume
Meine Videos dazu:
Holzfußböden dämmen – im nicht unterkellerten Fachwerkhaus
Holzfußböden dämmen – im nicht unterkellerten Massivhaus
vgl. auch bei /Videos die über „Kellerdecken“ falls das Haus teilweise unterkellert ist
Fußböden von nicht unterkellerten beheizten Erdgeschoss- oder Kellerräumen können unterschiedlich aufgebaut und fußkalt sein.
Hinweis: Wenn Fußkälte das Problem ist, schauen Sie zuerst das Video „Kalte Füße im Altbau“ an.
Die Möglichkeiten besserer Dämmung kalter Fußböden in nicht unterkellerten Räumen hängen von der Baukonstruktion des Bodens ab, der von der Baukonstruktion der Wände abhängt. Folgende Grafik zeigt die Vielfalt der Konstruktionen. Alte Häuser haben meist Außen- und Innenwände, die auf einzelnen Streifenfundamenten aufgestellt sind (Nr. 1-5). In den einzelnen Räumen liegen entweder unterlüftete Holzböden auf Holzbalken (Nr. 1-4) oder können Estriche über Sauberkeitsschichten eingebaut sein (Nr.5). Die Holzbalken könenn auf unterschiedlichem Untergrund aufliegen. (nackte Erde, Einschüttung aus Sand, Kies, Schotter oder Hochofenschlacke oder Beton-Sauberkeitsschicht) und sind aus Feuchteschutzgründen meist luftumspült.
In neueren Häusern geht unter dem gesamten Haus meist eine lastabtragende Stahlbeton-Bodenplatte durch (rechts), auf der auch die Wände aufstehen. Darüber können Holzböden auf Lagerhölzern liegen (Nr. 6) oder Estriche auf lastabtragenden Dämmschichten (Nr. 7).

Bei älteren Häusern ohne Stahlbeton-Bodenplatte (Nr. 1-5) kann man die Holzböden, die Balken und alle anderen evtl. zwischen den Fundamenten liegenden Schichten ausbauen und neu aufbauen. Will man dickere Schichten einbauen, als nutzbarer Hohlraum vorhanden ist, kann man den Boden bis max. zur Unterkante der Fundamente auskoffern. Den neuen Schichtaufbau kann man wie folgt herstellen:

Wichtig ist dabei vor allem die untere Feuchtesperre, die seitlich bis OK Fundament hoch gezogen werden sollte. Im neuen Estrich sollte man Fußbodenheizung einbauen, was nicht nur gut gegen Fußkälte ist, sondern auch der künftig zu erwartenden Wärmepumpe entgegen kommt.
Stahlbeton-Bodenplatten (Nr. 6 und 7) tragen das ganze Haus und müssen unverändert liegen bleiben. Hier kann man bei der Dämmung nur oberseitig arbeiten. Folgende Skizze zeigt Varianten neuer obere Aufbauten in gleicher Dicke mit Estrich (links), mit neuem Holzboden (mitte) und mit dickerer Dämmung unter dem estrich, also höherem Aufbau (rechts). Erläuterungen dazu im o.g. Video.

Stein, Stahlbeton und Estrich (in Nr. 6 und 7) sind zwar stabil, haben aber nahezu keine Dämmwirkung. Der nach unten abfließende Wärmestrom hängt fast ausschließlich von der Dicke und Wärmeleitfähigkeit der zusätzlichen Dämmschichten ab, die unter oder auf diesen Decken eingebaut sind.
Wieviel Wärme bei welcher Dämmdicke nach unten verloren geht, zeigt folgende Tabelle am Beispiel einer Stahlbeton-Bodenplatte mit aufliegender Dämmung bei Ausführung ganz ohne Wärmedämmung oder mit 2 cm, 4 cm, 8 cm, 12 cm und 22 cm Dämmschichtdicke. Die Tabelle zeigt am Beispiel einer 100 m² großen Deckenfläche und bei 12 Ct/kWh Wärmekosten auch, welche Wärmeverluste und Heizkosten über solche Decken im Lauf der Zeit entstehen. Aus den Differenzen kann man den energetischen und finanziellen Nutzen zusätzlicher Dämmung erkennen.

Fällt die vorhandene Beton-Bodenplatte unter die Kategorie „sehr kalt“ oder „kalt“, sollte sie unbedingt energetisch saniert werden. Bei „kühl“ ist es noch empfehlenswert, bei noch dickerer vorhandenere Dämmung lohnt sich der Aufwand i.d.R. nicht, es sei denn, mann muss die Decke ohenhin aufreißen, z.B. wg. Sanierung eines Wasserschadens oder Einbau einer Fußbodenheizung. Wenn man die Bodenplatte eines beheizten Raumes nachträglich dämmt, sollte man die höchst mögliche energetische Qualität anstreben, die aufgrund der Gegebenheiten mit vertretbarem Aufwand machbar ist.
Möchte man zinsgünstige Kredite und/oder Zuschüsse der BAFA oder KfW-Bank nutzen, die bei Einzelmaßnahmen bis zu 20 % der förderfähigen Investitionskosten betragen, muss bei der Sanierung von Bodenplatten gegen Erdeich ein U-Wert von maximal 0,25 W/m²K erreicht werden. Beim selbst genutzten Eigenheim ist alternativ bei gleichen Anforderungen auch eine Förderung durch Ermäßigungen bei der Einkommenssteuer möglich. Saniert man das ganze Haus zu einem KfW-Effizienzhaus, sind noch höhere Zuschuss möglich . => mehr

Ist nur eine dünnere Dämmung der Bodenplatte möglich, kann man den Wärmeabluss dadurch weiter reduzieren, dass man auch die äußeren Fundamente des Hauses außenseitig dämmt. Dies reduziert zwar nicht den Wärmedurchgang der Decke nach unten, jedoch reduziert es die Auskühlung der lauwarmen Erde unter dem Haus seitlich nach außen zur kalten Erde im Garten. Nebenstehende Skizze zeigt diesen Effekt.
Nachfolgend einige Beispiele der nachträglichen Wärmedämmung von Sohlplatten:

Bild 1: Oberseitig mit 10 cm XPS 035 gedämmte Sohlplatte auf alter Betondecke auf neuer oberseitiger Abdichtung in einer Souterrain-Wohnung. Über diese Dämmung wurde später ein Estrich gegossen. Rechts im Bild: durch innere Lochziegel-Vormauer wärmetechnisch verbesserte Bruchsteinwand.

Bild 2: Verlegung von Trockenestrich aus OSB-Platten auf nachträglich abgedichteter und mit 12 cm XPS oberseitig gedämmter Bodenplatte in einer Souterrainwohnung

Bild 3: Oberseitig mit 2*6 cm PS auf neuer Abdichtung gedämmte Bodenplatte mit neuem Zementestrich.

Bild 4: Einbau einer neuen Holzbalkendecke über einer Beton-Bodenplatte mit neuer oberer Abdichtung und mit 12 + 4 = 16 cm Perlite-Schüttdämmung WLG 045 zwischen den Balken. Später kam hier ein Dielenboden darauf.

Bild 5: Einbau einer PU-024 Hartschaumdämmung (unter künftigem Estrich) in einem tiefer ausgekofferten und abgedichteten Boden zwischen Fachwerkwänden, die auf einzelnen Streifenfundamenten ruhen. Grund der Auskofferung war die niedrige Raumhöhe, die hier einen nur-oberseitigen Aufbau nicht ermöglicht hätte.
=> zurück zu Fach-Info Keller-Bauteile
=> zurück zu Fach-Info Altbau-Sanierung
=> zu unseren Dienstleistungen zur Altbau-Sanierung