mit Warmdach

Nachträgliche Wärmedämmung von Flachdächern
in Warmdach-Bauweise

Flachdächer mit oben drauf liegender Dämmung (Warmdächer) aus 1930-60 haben oft nur 3-5 cm oberseitige Dämmung aus Kork oder Polystyrol-Hartschaum und damit hohen Wärmeveluste. In den 1970er Jahren waren 8-10 cm, in den 1980ern 12 cm üblich. Die Dämmwirkung so geringer Dämmschichten ist nur gering bis mäßig. Dringt infolge der Alterung der Dachhaut Wasser ein und werden die Dämmstoffe nass, geht sie noch weiter zurück.  Das rechte Bild zeigt ein älteres Flachdach in Warmdach-Bauweise mit nur noch wenig wirksamer Dämmung, was man an der großflächigen Abtauung des Schnees erkennt. Unregelmäßige Abtauungen trotz gleicher Beheizung aller Räume sind oft ein Hinweis auf teilweise durchgefeuchtete Dämmungen.

Folgende Tabelle zeigt die U-Werte sowie die Höhe der Wärmeverluste und der Heizkosten in einem und in 40 Jahren für verschieden dick gedämmte Flachdächer in Warmdach-Bauweise mit je 100 m² Größe bei 7 Ct/kWh Wärmepreis. Man erkennt daraus leicht den großen Nutzen nachträglicher Dämmung solcher Flachdächer auf höhere Niveaus.

Empfehlenswert sind Flachdach-Dämmstärken von 30-40 cm, bezogen auf Dämmsotffe der Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG 035. Bei Wahl von Dämmstoffen niedrigerer WLG kann derselbe Dämmeffekt mit dünnerem Schichtaufbau erreicht werden. Möchte man zinsgünstige Kredite und/oder Zuschüsse der KfW-Bank nutzen, die bei Einzelmaßnahmen 10 % und bei Maßnahmenpaketen 15 % der Investitionskosten bertagen können, muss bei der Sanierung von Flachdächern nachher ein U-Wert von maximal 0,14 W/m²K erreicht werden. Saniert man das ganze Haus zu einem KfW-Effizienzhaus, können für die förderfähigen Komponenten der Gebäudehülle und Haustechnik sogar bis zu 30 % Zuschuss gewährt werden (=> mehr).

Folgende Skizzen zeigen Varianten der nachträglichen Wärmedämmung von Flachdächern in Warmdach-Bauweise mit Holzbalkendecken (obere Zeile) oder Betondecken (untere Zeile). Sie variieren nur in der Dämmstoffstärke. Die zusätzliche Dämmung kann bei trockener Alt-Dämmung zusätzlich aufgebracht werden, bei nasser Alt-Dämmung muss die Alt-Dämmung vorher ausgebaut werden.

Ob man die alte Dämmung belassen kann oder entfernen sollte hängt auch vom Windschutz ab. Auf Flachdächer können bei Sturm erhebliche Sogkräfte wirken. Um zu verhindern, dass das Dach abhebt, kann es entweder mit Kies oder Steinpatten beschwert werden oder alle Schichten müssen so mit dem Untergrund und unter einander verklebt werden, dass diese Verklebungen den Sogkräften widerstehen. Sind alte untere Dämmungen gar nicht verklebt, weil sie früher als Windschutz mit Kies beschwert waren, dann können sie die Sogkräfte oberseitig aufgeklebter Zusatzdämmungen nicht auf den Untergrund weiter leiten.

Werden Flachdächer dicker gedämmt, müssen meist auch die Attika-Ränder erhöht und deren Holz- oder Blechbekleidungen erneuert werden. Dies macht einen erheblichen Teil der Kosten aus. Sind die vorhandenen Randeinfassungen in einwandfreiem Zustand und liegen auch die Ablauflöcher des Regenwassers am Rand, kann man evtl. die Zusatzdämmung nur im Mittelfeld montieren und in den äußeren 0,75 m Randbereich durch Abschrägung an das bisherige Höhenniveau anpassen. Auch bei durchgehenden Schornsteineinfassungen, Entlüfterrohren und Oberlichtern sind meist Anpassungen nötig.

Folgende Bilder zeigen Beispiele nachträglicher Wärmedämmungen von Flachdächern in Kaltdach-Bauweise:

Bild 1 zeigt neu aufgelegte PIR-Hartschaudämmplatten der WLG 024 auf dem Beton-Flachdach eines Hauses aus 1964.  20 cm PIR 024-Dämmstoff dämmem so gut wie 29 cm üblicher Dämmstoff der WLG 035. Gegenüber der früheren Dämmung aus 5 cm PS 040 wurde der Wärmedurchgang dieses Daches um 83 % verringert.

 

 

Bild 2 zeigt eine 25 cm starke oberseitige Flachdach-Dämmung aus EPS 035 auf einem 1972 gebauten Detmolder Mehrfamilienhaus. Gegenüber der früheren Dämmung aus 8 cm PS 040 wurde der Wärmedurchgang dieses Daches um 70 % verringert.

 

 

 

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