Stahlträger-Kappendecken

Nachträgliche Wärmedämmung
von Stahlträger-Kappendecken

Gebäude aus 1870-1950 haben oft Stahlträger-Decken mit gemauerten Gewölbebögen oder eingelegten Formsteinen zwischen den Stahlträgern und oberseitig Holzböden auf Distanzlatten. Dazwischen ist meist ein Hohlraum, der nachträglich mit Dämmstoff verfüllt werden kann. Unter EG-Räumen mit altem Steinzeug-Fußboden sind die Hohlräume oft mit Estrich verfüllt, gelegentlich auch mit Sand oder Bauschutt.

Folgendes Diagramm zeigt die wärmetechnischen Eigenschaften von Stahlträger-Kappendecken mit Zementverfüllung unter Steinfußboden, mit leerem Hohlraum unter Holzboden, mit im Mittel 10 cm dick mit Dämmstoff verfülltem Hohlraum unter Holzboden sowie mit unterseitig 6 oder 14 cm Zusatzdämmung. Die Dämmstoffe haben jeweils WLG 035.

In der Tabelle ist am Beispiel einer 100 m² großen Deckenfläche und bei angenommenen 7 Ct/kWh Wärmekosten dargestellt, welche Wärmeverluste und Heizkosten über solche Decken pro Jahr bzw. in 40 Jahren entstehen. Aus den Differenzen kann man den energetischen und finanziellen Nutzen zusätzlicher Dämmschichten erkennen.

Praktisch ist bei der nachträglichen Wärmedämmung von Stahlträger-Decken zunächst zu prüfen, ob der Deckenhohlraum leer oder verfüllt ist. Ist die Decke hohl und hat der Hohlraum eine übliche Höhe von 8 cm am Scheitel des Kappengewölbes und ca 14 cm am tiefsten Punkt (im Mittel ca 10 cm), kann mit moderatem Aufwand eine sehr wirkungsvolle Dämmung eingebaut werden, welche die Wärmeverluste nach unten um fast 2/3 reduziert.

Folgende Prinzipskizze zeigt diese Möglichkeiten:

Die Dämmung kann von oben nach Aufnehmen einer Diele oder von unten durch Bohrlöcher im Kappengewölbe eingeblasen werden.  Hat der Keller genügend Höhe, kann eine Stahlträger-Kappendecke auch nur oder zusätzich von unten gedämmt werden. Damit lassen sich besonders hohe Dämmwirkungen erreichen. Nach dem Einbau der Dämmung sollten alle Löcher oder Risse der unteren Putzschicht sorgfältig verfugt bzw. verschlossen werden, da diese meist die einzige luftdichtende Schicht solcher Decken ist. Nachfolgend vier Beispiele nachträglicher Dämmungen von Stahlträger-Kappendecken:

Bild  1 zeigt eine Stahlträger-Kappendecke, bei der oberseitig zwei Dielen entnommen wurde, um von oben Einblasdämmstoff einzubauen. Man erkennt längs an tiefster Stelle den Stahlträger, von dem sich nach rechts und links die Anfänge der Gewölbekappen hoch wölben, darüber die Last verteilenden Deckenbalken sowie die Tiefe des verfüllbaren Hohlraums. Bei Raumbreiten bis zu 5 m kann man durch solch eine Dielen-Öffnung in der Zimmermitte die ganze Decke befüllen.

 

 

 

 

Bild 2 zeigt eine Stahlträger-Kappendecke, die gerade von unten durch Bohrlöcher mit Einblasdämmung befüllt wird. Bei dieser Befülltechnik bleibt der Oberboden unversehrt. Je nach Fließverhalten des gewählten Dämmstoffs benötigt man ein Bohrloch pro 0,9 bis 2,5 m² Deckenfläche

 

 

 

Bild 3 zeigt eine Stahlträger-Kappendecke mit geöffneterDiele unter weggeklapptem altem Linoleumbelag und mit einem teilweise mit Bauschutt verfülltem Hohlraum. Hier konnte oberseitig nur noch 8 cm hoch Dämmung eingelasen werden, was aber auch schon eine beachtliche Wirkung hatte.

 

 

Bild 4 zeigt eine Stahlträger-Kappendecke, deren Hohlräume auch teilweise mit Schutt verfüllt waren und bei der eine Öffnung von oben wegen des schönen Oberbodens nicht gewünscht war. Deshalb erfolgte die Dämmung nur-unterseitig. Dazu wurden unter die Stahlträger Laschen geschweißt (Foto), daran wurden später Latten für eine Gipskarton-Bekleidung montiert und in den neuen Hohlraum über dem Gipskarton wurden 10-12 cm hoch Einblasdämmstoff eingebaut.

 

 

Bild 5 zeigt den seltenen Fall einer leeren Kappendecke über einem Kriechkeller. Hier sollte die Decke wegen des schönen Oberbodens von unten befüllt werden, was wegen der geringen Höhe im Kriechkeller mühselig war. Im Bild ist der liegende Monteur zu sehen, der den Einblasschlauch unter das Bohrloch hält.

 

 

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