Passiv-Haus
Cölbe

Bauherr: Wagner & Co Solartechnik GmbH, Ringstr. 14, 35091 Cölbe
Standort: Ringstr. 14, 35091 Cölbe
Planer: Dipl. Ing. Christian Stamm, Dannenröderstr. 12, 35260 Schweinsberg
Baujahr: 1998
Gebäude

Das Passivhaus der Firma Wagner & Co in Cölbe ist ein dreigeschossiges Verwaltungsgebäude in Mischbau-
weise mit Beton-Sohlplatte, Stahlbetonskelettstützen, Betondecken sowie mit nichttragenden Leichtbau-
Fassaden und Dächern. Das Gebäude hat eine Brutto-
Nutzfläche von 2180 m² und ist sehr kompakt. Es verfügt über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Erdvorwärmung der Frischluft. Die Restwärmebedarf wird über eine Solaranlage mit Saisonspeicher und ein Klein-Blockheizkraftwerk gedeckt. Baufertigstellung war im September 1998.

Heizung / Warmwasser

Die Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser erfolgt über eine 65 m² große Solaranlage mit 85 m³ Speicher, der im Gebäudeinneren aufgestellt ist. In Spitzenbedarfsfällen heizt ein kleines BHKW mit ca. 
12 kWth (Senertec) den Speicher nach.

Solare Orientierung / Gebäudeform

Das Passiv-Verwaltungsgebäude Wagner & Co in Cölbe ist wegen seiner Baugröße und  Bautiefe nicht eindeutig solar orientiert, da es an allen Fassaden und in allen Etagen Büro-, Werkstatt- oder andere Räume enthält, die ausreichend große Fensterflächen für die natürliche Belichtung benötigen. Die Fensteranteile auf der Südfassade sind jedoch deutlich größer als auf den anderen Seiten.

Die Kompaktheit des Verwaltungsgebäudes ist mit einem A/V-Verhältnis von 0,36 m²/m³ sehr hoch (A/V 0,36). Die wenigen gestalterischen Elemente wie Einschnitte und Versätze haben nur geringe Tiefe und wirken sich kaum oberflächenvergrößernd aus. Der beheizte Gebäudeteil umfaßt das EG, das OG und das bis unter den First ausgebaute DG.
 

 

Lüftung

Das Verwaltungsgebäude hat eine Zu-/Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung über einen Kreuzstrom-Wärme-
tauscher. Die Luftwechselrate beträgt max. 1 h-1, in der Regel zwischen 0,3 und 0,5 pro Stunde. Die Frischluft wird im Winter in einem Erdwärmetauscher aus 40 Meter langen Betonröhren mit 50 cm Durch-
messer vorerwärmt und im Sommer gekühlt. Bei Bedarf wird die Zuluft über ein Luft-Nachheizregister nacher-
wärmt, das seine Wärme aus dem Solarspeicher (siehe Heizung) bezieht.

Energetische Kennzahlen

Heizwärmebedarf: Der nach PHPP berechnete Rest-Heizwärmebedarf beträgt nur 10 kWh/m²*a. Tatsächliche Verbrauchswerte liegen noch nicht vor.

 

Baukonstruktion

Tragende Konstruktion ist ein Betonstützenwerk auf einer Betonsohlplatte, das die massive EG- und OG-
Decke trägt. Die Außenwände sind Holz-Leichtbau-
Elemente mit Holz-Stegträgern als Stützen und beidsei-
tiger Beplankung sowie zusätzlicher innerer Installa-
tionsebene. Die Dächer sind ebenfalls Holz-Leichtbau-
Elemente mit zusätzli-cher innerer und äußerer Aufdop-
pelung.

Wärmeschutz

Die Sohlplatte ist unterseitig mit 24 cm starkem Schaumglas gedämmt und hat einen k-Wert von 0,2 W/m²K. Außenwände und Dach sind mit 35-40 cm Mineralwolle gedämmt und erreichen k-Werte von 0,1 - 0,15 W/m²K. 


Die Fenster sowie die Eingangs- und  Terrassentüren sind dreifachverglast mit kF-Werten von 0,8 W/m²K. Ihre Rahmen sind wärmegedämmt aus einer Holz-PU-Verbundkonstruktion.

Wärmebrücken

Wärmebrücken sind an dem Gebäude nahezu voll-
ständig vermieden. Die Dämmung umgibt das Gebäude ohne Unterbrechung. Die Dämmschicht unterhalb der Sohlplatte geht direkt in die der Außenwand über, die der Wand in die des Daches. Die wärmebrückenrele-
vanten Holzanteile sind in der gesamten Konstruktion minimal. Auch die Fenster- und Außentür-Rahmen sind in die Dämmebene integriert. 

Luftdichtheit

Luftdichtende Schichten sind die Betonsohle, Polyethylenfolien in Dach und Außenwänden sowie die Türen und Fenster. Durch die hohe Kompaktheit ent-
steht nur relativ wenig luftdichtende Hüllfläche im Ver-
hältnis zum Volumen, was eine hohe volumenbezo-
gene Dichtheit erleichtert. Die gemessene Luftdichtheit liegt bei n50 = 0,4 *1/h.